Verantwortungsvolles Spielen
Ein Leitfaden für Ihre Sicherheit und Kontrolle
Präambel: Unsere Verpflichtung zum Spielerschutz
Glücksspiel ist eine Form der Unterhaltung, die seit Jahrhunderten existiert. Es soll Spaß machen, Spannung erzeugen und eine Freizeitbeschäftigung darstellen. Doch wir sind uns der Tatsache bewusst, dass Glücksspiel für einige Menschen mehr als nur ein Spiel werden kann. Es birgt Risiken, die ernst genommen werden müssen.
Als Anbieter nehmen wir unsere Verantwortung sehr ernst. Verantwortungsvolles Spielen (Responsible Gaming) ist für uns kein leeres Schlagwort, sondern das Fundament unseres Angebots. Wir operieren strikt auf der Grundlage des deutschen Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV 2021). Das bedeutet, dass der Spielerschutz, der Jugendschutz und die Suchtprävention Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.
Dieser Leitfaden dient dazu, Sie umfassend zu informieren. Wir möchten Ihnen Werkzeuge an die Hand geben, um Ihr Spielverhalten zu kontrollieren, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall sofortige, professionelle Hilfe zu finden. Bitte nehmen Sie sich die Zeit, diesen Text sorgfältig zu lesen.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland
Das Glücksspiel in Deutschland unterliegt strengen Regularien, die primär dem Schutz der Spieler dienen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat neue Standards gesetzt, um ein sicheres Spielumfeld zu gewährleisten.
Dazu gehören unter anderem:
- Strikte Altersüberprüfung: Kein Spiel unter 18 Jahren. Wir führen umfassende Identitätsprüfungen durch, um Minderjährige konsequent auszuschließen.
- Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit: Um Spieler vor übermäßigen Ausgaben zu schützen, gibt es gesetzliche Obergrenzen für monatliche Einzahlungen.
- Die LUGAS-Datenbank: Ein zentrales System, das verhindert, dass Spieler bei mehreren Anbietern gleichzeitig eingeloggt sind oder ihre Limits umgehen.
- Panik-Button: Eine Funktion, die es Ihnen ermöglicht, sich sofort für 24 Stunden sperren zu lassen, wenn Sie merken, dass Sie die Kontrolle verlieren.
Diese Maßnahmen sind keine Schikane, sondern gesetzlich verankerte Schutzmechanismen, die zu Ihrer Sicherheit dienen.
Prävention: So behalten Sie die Kontrolle
Der beste Schutz vor Spielsucht ist ein bewusstes und reflektiertes Verhalten. Bevor Sie das erste Mal spielen, sollten Sie sich folgende Grundsätze verinnerlichen. Diese "Goldenen Regeln" helfen dabei, das Spiel als das zu behalten, was es sein soll: Unterhaltung.
- Glücksspiel ist kein Einkommen: Betrachten Sie das Spielen niemals als Möglichkeit, Geld zu verdienen oder Schulden zu tilgen. Der Hausvorteil sorgt langfristig immer dafür, dass Gewinne Zufall bleiben.
- Setzen Sie sich ein festes Budget: Legen Sie vor Spielbeginn fest, wie viel Geld Sie maximal verlieren können, ohne dass es Ihr tägliches Leben beeinträchtigt. Nutzen Sie dieses Geld niemals für Miete, Lebensmittel oder Rechnungen.
- Zeitmanagement: Setzen Sie sich nicht nur ein Geldlimit, sondern auch ein Zeitlimit. Stellen Sie sich einen Wecker. Wenn die Zeit um ist, beenden Sie das Spiel – unabhängig davon, ob Sie gewonnen oder verloren haben.
- Niemals Verlusten hinterherjagen: Dies ist einer der gefährlichsten Fehler. Wenn Sie verloren haben, versuchen Sie nicht, das Geld durch höhere Einsätze zurückzugewinnen. Dies führt fast immer zu noch größeren Verlusten.
- Klarer Kopf: Spielen Sie niemals unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten, die Ihre Wahrnehmung beeinträchtigen. Auch starke Emotionen wie Wut, Trauer oder Depression sind schlechte Begleiter beim Glücksspiel.
- Regelmäßige Pausen: Das Spiel sollte nicht Ihren Alltag dominieren. Legen Sie bewusst spiel-freie Tage oder Wochen ein.
Technische Hilfsmittel zur Selbstkontrolle
Um Sie bei der Einhaltung dieser Regeln zu unterstützen, bieten wir (wie gesetzlich vorgeschrieben) diverse technische Einstellungsmöglichkeiten in Ihrem Spielerkonto an. Wir raten Ihnen dringend, diese Tools proaktiv zu nutzen, selbst wenn Sie kein Problem bei sich vermuten.
- Einzahlungslimits: Sie können (und müssen oft initial) festlegen, wie viel Geld Sie pro Tag, Woche oder Monat einzahlen dürfen. Eine Erhöhung dieses Limits tritt erst nach einer gesetzlichen Wartezeit von sieben Tagen in Kraft, während eine Senkung sofort wirksam wird.
- Einsatz- und Verlustlimits: Zusätzlich zu Einzahlungen können Sie begrenzen, wie viel Sie setzen oder netto verlieren dürfen.
- Sitzungszeitlimits (Reality Check): Ein automatischer Hinweis, der nach einer bestimmten Zeit (in Deutschland meist 60 Minuten) erscheint, das Spiel unterbricht und Sie über Ihre bisherigen Gewinne und Verluste sowie die verstrichene Zeit informiert. Sie müssen diesen Hinweis aktiv bestätigen, um fortzufahren.
- Temporäre Auszeit: Sie können Ihr Konto für kurze Zeiträume (z.B. 24 Stunden bis zu mehreren Wochen) "kaltstellen". In dieser Zeit ist kein Zugriff möglich.
Wichtiger Hinweis: Nutzen Sie diese Werkzeuge präventiv, nicht erst, wenn bereits Probleme aufgetreten sind. Selbstkontrolle bedeutet, Grenzen zu setzen, bevor sie überschritten werden.
Das OASIS-Sperrsystem: Der wichtigste Schutzanker
Ein zentraler Baustein des deutschen Spielerschutzes ist das OASIS-System (Onlineabfrage Spielerstatus). Dies ist eine bundesweite Sperrdatei. Eine Sperre in OASIS gilt nicht nur für unsere Seite, sondern für alle lizenzierten Glücksspielanbieter in Deutschland – sowohl online (Casinos, Sportwetten) als auch terrestrisch (Spielhallen, Spielbanken).
Es gibt zwei Arten der Sperre:
- Die Selbstsperre: Sie beantragen den Ausschluss selbst, weil Sie merken, dass Ihnen das Spielen schadet. Die Mindestdauer beträgt 3 Monate, sofern Sie keinen anderen Zeitraum angeben (Standard ist oft ein Jahr).
- Die Fremdsperre: Diese kann durch den Anbieter oder Dritte (z.B. Angehörige) initiiert werden, wenn konkrete Hinweise auf Spielsucht oder Überschuldung vorliegen. Hierbei wird dem Betroffenen vor Eintragung rechtliches Gehör gewährt.
Wichtig: Eine Sperre endet nicht automatisch. Nach Ablauf der Mindestdauer müssen Sie einen schriftlichen Antrag auf Entsperrung stellen. Dies dient als zusätzliche Hürde zum Schutz vor Rückfällen.
Weitere Informationen und Formulare finden Sie beim Regierungspräsidium Darmstadt (die zuständige Behörde für OASIS):
https://www.oasis-spiel.de
Warnsignale: Erkennen Sie problematisches Verhalten?
Spielsucht entwickelt sich oft schleichend. Es ist wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein. Pathologisches Glücksspiel wird als Krankheit anerkannt und weist spezifische Symptome auf. Bitte prüfen Sie kritisch, ob eine oder mehrere der folgenden Aussagen auf Sie oder eine Ihnen nahestehende Person zutreffen:
- Gedankliche Vereinnahmung: Drehen sich Ihre Gedanken oft um das nächste Spiel oder darum, wie Sie Geld für das Spielen beschaffen können?
- Dosissteigerung: Müssen Sie immer höhere Beträge setzen, um noch die gleiche Spannung oder den gleichen "Kick" zu empfinden?
- Entzugserscheinungen: Reagieren Sie gereizt, unruhig oder aggressiv, wenn Sie versuchen, das Spielen einzuschränken oder aufzugeben?
- Realitätsflucht: Spielen Sie, um Problemen, Ängsten, Schuldgefühlen oder depressiven Stimmungen zu entkommen?
- Chasing Losses: Kehren Sie nach Verlusten schnell zurück, um das verlorene Geld "wettzumachen"?
- Lügen: Verheimlichen Sie gegenüber Familie, Freunden oder Therapeuten das Ausmaß Ihres Spielverhaltens oder Ihrer Verluste?
- Finanzielle Gefährdung: Haben Sie schon einmal Geld für das Spiel eingesetzt, das für wichtige Verpflichtungen (Miete, Strom, Kredite) gedacht war?
- Illegale Beschaffung: Haben Sie jemals darüber nachgedacht oder Handlungen begangen, um auf illegalem Weg (Diebstahl, Betrug) an Spielgeld zu kommen?
- Soziale Isolation: Vernachlässigen Sie Hobbys, Freunde oder berufliche Pflichten zugunsten des Glücksspiels?
- Bail-out: Mussten Sie schon einmal andere Personen bitten, Ihnen Geld zu leihen, um spielbedingte Schulden zu begleichen?
Wenn Sie auch nur eine dieser Fragen mit "Ja" beantworten, besteht Handlungsbedarf. Zögern Sie nicht. Es ist keine Schande, Hilfe anzunehmen – es ist ein Zeichen von Stärke.
Hilfe und Beratungsstellen: Sie sind nicht allein
In Deutschland gibt es ein hervorragendes Netzwerk aus professionellen, anonymen und kostenlosen Beratungsstellen. Die Experten dort unterliegen der Schweigepflicht und können Ihnen Wege aus der Sucht aufzeigen.
Sofortige Hilfe – Kostenlos und anonym
Wenn Sie jetzt Unterstützung benötigen, zögern Sie nicht. Alle aufgeführten Angebote sind vertraulich, professionell und kostenfrei.
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Die BZgA bietet umfassende Informationen und ein Beratungstelefon.
Telefon: 0800 1 37 27 00
(kostenlos und anonym)
Webseite: www.bzga.de
Informationsportal: www.spielen-mit-verantwortung.de
Hier finden Sie unter anderem einen detaillierten Selbsttest und ein Verzeichnis von Beratungsstellen in Ihrer Nähe.
Check dein Spiel
Ein spezifisches Angebot der BZgA und der Gesellschaften des Deutschen Lotto- und Totoblocks.
Webseite: www.check-dein-spiel.de
Besonders nützlich für den schnellen Selbsttest und Informationen über die Wirkungsweise von Glücksspielen.
Fachverband Glücksspielsucht e.V.
Ein Zusammenschluss von Experten, der auch Betroffenen und Angehörigen weiterhilft.
Webseite: www.gluecksspielsucht.de
Anonyme Spieler (Gamblers Anonymous)
Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene gegenseitig unterstützen.
Webseite: www.anonyme-spieler.org
Ein Wort an Angehörige und Freunde
Spielsucht betrifft nicht nur den Spieler, sondern auch das gesamte soziale Umfeld. Partner, Kinder, Eltern und Freunde leiden oft massiv unter den finanziellen und emotionalen Folgen.
Wenn Sie vermuten, dass jemand in Ihrem Umfeld spielsüchtig ist:
- Sprechen Sie es an: Suchen Sie das Gespräch in einer ruhigen Situation (nicht unmittelbar nach einem Streit oder Spielverlust). Beschreiben Sie Ihre Beobachtungen und Ihre Sorgen, ohne Vorwürfe zu machen.
- Schützen Sie sich selbst: Trennen Sie Ihre Finanzen von denen des Spielers. Geben Sie kein Geld, leihen Sie nichts und begleichen Sie keine Schulden des Spielers. Dies mag hart klingen, aber das sogenannte "Co-Abhängige Verhalten" (das Ausgleichen der negativen Konsequenzen) verlängert die Sucht meist nur.
- Suchen Sie Hilfe: Auch für Angehörige gibt es Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Sie müssen diese Last nicht allein tragen.
- Informieren Sie über Fremdsperre: Seien Sie sich bewusst, dass Sie im Ernstfall bei Vorlage entsprechender Beweise eine Fremdsperre über das OASIS-System anregen können, um den Betroffenen vor dem Ruin zu schützen.
Für Angehörige: Die meisten Beratungsstellen bieten auch spezielle Unterstützung für Familienmitglieder und Freunde von Betroffenen. Nutzen Sie diese Angebote – Sie sind nicht allein mit Ihren Sorgen.
Jugendschutz
Glücksspiel ist für Minderjährige gesetzlich verboten. Wir nehmen dieses Verbot ausnahmslos ernst. Unsere Verifikationsprozesse stellen sicher, dass keine Person unter 18 Jahren Zugang zu unserem Angebot erhält.
Wir appellieren jedoch auch an Eltern und Erziehungsberechtigte:
- Lassen Sie Ihren Computer oder Ihr Mobilgerät nicht unbeaufsichtigt, wenn Sie in Ihrem Spielkonto eingeloggt sind.
- Nutzen Sie Passwortschutz für Ihre Geräte.
- Verwenden Sie Filtersoftware wie NetNanny, CyberSitter oder Jugendschutzprogramm.de, um den Zugriff auf Glücksspielseiten für Ihre Kinder zu blockieren.
- Bewahren Sie Ihre Zugangsdaten und Kreditkarteninformationen sicher und für Kinder unzugänglich auf.
Teilnahme ab 18 Jahren
Die Teilnahme an Glücksspielen ist in Deutschland ausschließlich Personen ab 18 Jahren gestattet. Verstöße werden strafrechtlich verfolgt.
Abschließender Hinweis
Glücksspiel soll Freude bereiten. Sobald der Spaß aufhört und der Zwang beginnt, müssen Sie die Reißleine ziehen. Wir stehen an Ihrer Seite, um ein sicheres Umfeld zu bieten, aber die letzte Verantwortung für Ihr Handeln liegt bei Ihnen. Nutzen Sie die angebotenen Limits. Informieren Sie sich. Und vor allem: Spielen Sie klug und sicher.